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Softskills


Filzen wird zu Zeit an den Schulen sehr gefördert, denn Filzen fördert wichtige Schlüsselqualifikationen wie

Feinmotorik: Die Auge-Hand-Koordination wird gefördert. Das Kind lernt in sehr differenzierter Weise den Druck zu erhöhen. Anfangs wird sehr zart, später ziemlich kräftig mit der Wolle umgegangen. Diese Fähigkeit zum "Grautöne erlernen", wie ich es immer nenne, ist auch in anderen Lebensbereichen hilfreich, wo bislang vielleicht eher schwarz-weiß gedacht wurde.

Durchhaltevermögen: In der Grundschule arbeiten die Kinder 90 Minuten, in der Parkstrasse für gewöhnlich 4 Unterrichtsstunden hintereinander. Sie tun dies freiwillig, weil sie sich selbst ein Ziel gesetzt haben, das sie erreichen möchten.

Selbstregulation: Mit mir kann man über alles diskutieren - mit der Wolle nicht! Es hilft nichts, sich zu ärgern, zu schimpfen und zu stöhnen, wenn es mal nicht so klappen will, wie wir das gerne hätten... Dabei ist die Wolle uns ein natürlicher Lehrmeister. Anerkennen was ist. Lösungen finden. Selbst entscheiden, dass man etwas ändern möchte.

Kreativität: Jeder Mensch ist kreativ. Aber nicht alle trauen sich...je mehr handwerkliche Fähigkeiten die Kinder entwickeln, desto mehr können sie sich in Filz vorstellen. Desto anspruchsvoller werden ihre Entwürfe und desto spannender wird auch meine eigene Arbeit, wenn ich versuche, diese Entwürfe mit den Kindern umzusetzen.

Konzentration: Filzen kann durchaus meditativen Charakter entwickeln. Meist unterhalten wir uns zwar, aber gelegentlich legt sich eine heilige Ruhe über den Raum. Das sind tolle Momente!

Selbstbewusstsein: Wer einmal gesehen hat, wie er selbst mit nichts als seinen eigenen Händen (und ein wenig Wolle, Wasser, Seife) eine außergewöhnliche Tasche vom Entwurf bis zum gewalkten Ende hergestellt hat, der traut sich auch so manches andere zu...Wer sich zum Beispiel ein paar Schuhe direkt auf den Fuß filzt, arbeitet zugleich an seinem Körperbewußtsein.

Selbstwirksamkeit: Wenn ich langfristig mit einer Gruppe arbeite - zum Beispiel an der OGS - dann kommen noch andere Aspekte hinzu. Es ist mir wichtig, denn Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass sie es sind, die ihr Leben in die Hand nehmen und leben müssen. Indem wir zum Beispiel Geschichten filzen und immer wieder umschreiben, Traum- oder gelegentlich auch mal Alptraumlandschaften herstellen und anschließend umdefinieren, unseren Bauchredner entdecken und ihn zu Wort kommen lassen bzw. feststellen, wann er wieder mal Unsinn erzählt...Das alles ist Teil meiner Arbeit.